Oktoberbrief 2020

Liebe Theaterfreundinnen und Theaterfreunde,

neun Nennungen für das Theater Bremen in der Kritikerumfrage des Jahrbuchs Opernwelt und zwei Nominierungen für den Theaterpreis DER FAUST – das ist eine toller Erfolg für unser Theater! Gleich fünf Mal wurden Künstler für herausragende Leistungen in der Opernproduktion DON GIOVANNI genannt: zwei Mal Tatjana Gürbaca für die Regie und je ein Mal Silke Willrett für die Kostüme, der Sänger Birger Radde für die Titelpartie und als Nachwuchskünstlerin die Sängerin Ka Eun Kim für die Zerlina. Drei Nennungen erhielt der von GMD Yoel Gamzou musikalisch geleitete ROSENKAVALIER: Wolfgang Hilbrich für die Regie, Sänger Patrick Zielke für seinen Baron von Ochs und als Nachwuchskünstlerin die Sängerin Nathalie Mittelbach für den Oktavian. Zudem wurde das Theater Bremen ein Mal als bestes Opernhaus genannt.
Patrick Zielke wurde für seinen Baron von Ochs in ROSENKAVALIER ausserdem auch für den vom Deutschen Bühnenverein verliehenen Theaterpreis DER FAUST nominiert. Eine weitere FAUST- Nominierung erhielt Antje Pfundtner für die Regie von ICH BIN NICHT DU am Moks.
Wir freuen uns mit dem Theater und allen Beteiligten.

Weniger Grund zur Freude haben wir ob der Nachricht, dass der für 22. September angekündigte Wiedereröffnungstermin des Theatro auf Mitte/ Ende Oktober verschoben wurde. Es gibt mittlerweile zwar eine vom Theatro betriebene Aussengastronomie auf dem Goetheplatz, doch ist diese bei schlechtem Wetter unzureichend für die Bedürfnisse der Theaterbesucher. Schade, denn so manche Theaterfreunde wünschen sich ein Zusammensein nach den Vorstellungen…..

Eine Termin-Verschiebung gibt es auch bei uns: Die Mitgliederversammlung und die Kurt-Hübner-Preis-Verleihung finden doch nicht am 6.12., sondern am Montag, 7.12.2020 statt! Bitte merken Sie sich diese beiden Termine vor.

Und auch bei den Probenbesuchen gibt es eine Änderung: Der ursprünglich für den 12.10. angekündigte Termin von IMAGINE hat sich auf Dienstag, 13.10. 19 Uhr verschoben! Solche Änderungen können bekanntermassen immer vorkommen. Deshalb ist es sinnvoll, dass Sie auf unsere Mitteilungen kurz vor den betreffenden Terminen achten und falls Sie nicht per E-Mail zu erreichen sind, bei uns nachfragen. Denken Sie bei der Anmeldung an die genannten zur Zeit notwendigen Angaben. Und kommen Sie rechtzeitig zum angegebenen Probenbeginn, denn es gibt keinen Nacheinlass.

Die Termine in der Übersicht:

Die nächsten Probenbesuche
°Dienstag, 13.10. 19 Uhr Theater am Goetheplatz I IMAGINE
°Montag, 2.11. 19 Uhr Theater am Goetheplatz I DIE ZAUBERFLÖTE
°Samstag, 14.11. 10 Uhr Theater am Goetheplatz I RONJA RÄUBERTOCHTER
°Montag, 30.11. 18 oder 19 Uhr Kleines Haus I MOBY DICK
Anmeldungen bis spätestens 2 Tage vor dem Termin unter Angabe von Adresse, E-Mail und Telefonnummer an E-Mail uvandenbusch@t-online.de

Die nächsten Premieren
°Freitag, 2.10. 20 Uhr Kleines Haus I IM HERZEN TICKT EINE BOMBE
°Samstag, 3.10. 19 Uhr Brauhaus I CON5P1R4.CY (KEINE ZUFÄLLE)
°Freitag, 16.10. 20 Uhr Kleines Haus I MOMENTUM ZERO
°Samstag, 17.10. 19:30 Uhr Theater am Goetheplatz I IMAGINE
°Samstag, 23.10. 20 Uhr Kleines Haus I FUTURALGIA
°Sonntag, 25.10. 18 Uhr Brauhaus I LIKE A VIRGIN
°Mittwoch, 4.11. 10:30 Uhr Brauhauskeller I DER LAUF DER DINGE
°Donnerstag, 5.11. 20 Uhr Kleines Haus I UA MUTTER VATER LAND
°Samstag, 7.11. 19 Uhr Theater am Goetheplatz I DIE ZAUBERFLÖTE
°Donnerstag, 12.11. 17 und 20 Uhr Sitzungszimmer I UA WANASET YODIT
°Freitag, 20.11. 20 Uhr Kleines Haus I UA WÜST ODER DIE MARQUISE VON O.
°Sonntag, 22.11. 15 Uhr Theater am Goetheplatz I RONJA RÄUBERTOCHTER
°Samstag, 5.12. 20 Uhr Kleines Haus I MOBY DICK
°Sonntag, 6.12. 16 Uhr Brauhaus I MONSTA
°Freitag, 11.12. 19:30 Uhr Theater am Goetheplatz I DIE ITALIENERIN IN ALGIER

Die nächsten Wiederaufnahmen
°Donnerstag, 22.10. 20 Uhr Kleines Haus I SPEKTRUM
°Samstag, 24.10. 20 Uhr Kleines Haus I BRAVEHEARTS

Zum letzten Mal
°Montag, 23.11. 19 Uhr Theater am Goetheplatz I DIE MENSCHLICHE STIMME

Etwas Besonderes
°Sonntag, 4.10. 15 Uhr Kleines Haus I OPERETTENSCHMÄH
°Sonntag, 4.10. 17 Uhr Kleines Haus I BRÜDER IM GEISTE
°Sonntag, 4.10. 19 Uhr Kleines Haus I DA NAPOLI A VENEZIA
°Sonntag, 1.11. 20 Uhr Theater am Goetheplatz I GLOBALE: Lesung mit Ilja Trojanow
°Dienstag, 24.11 19 Uhr online I KULTUR FÜR WEN? KULTUR VON WEM?
°Montag, 7.12. 17:30 Uhr Theater am Goetheplatz I MITGLIEDERVERSAMMLUNG
°Montag, 7.12. 19:30 Uhr Theater am Goetheplatz I KURT-HÜBNER-PREIS-VERLEIHUNG

Bleiben Sie gesund und geniessen Sie die schönen Theaterbesuche.
Herzliche Grüße,

Ihre Ursula van den Busch

Septemberbrief 2020

Liebe Theaterfreundinnen und Theaterfreunde,

ich hoffe, Sie haben eine angenehme Sommerzeit verbracht und erwarten nun voller Vorfreude die Premieren und sonstigen Veranstaltungen im Theater.

Die Corona-bedingten Schutzmassnahmen führen zwar zu einigen Veränderungen und Einschränkungen und der Spielplan wurde den Gegebenheiten angepasst, doch sind Vorstellungen auf allen Bühnen möglich. Die reduzierte Zuschauerzahl, das Abstandhalten und Masketragen sind noch ungewohnt, jedoch sorgen sie ebenso wie auch die sehr gute Klimaanlage für ein gutes Gefühl beim Theaterbesuch.
Premierenfeiern gibt es leider weiterhin nicht, aber das Noon hat wieder geöffnet und das Theatro wird nach Beendigung von Umbau und Renovierung hoffentlich wie geplant ab 22. 9. die Restauration fortführen.

Gleich die erste Premiere dieser Spielzeit war ein toller Erfolg – die nächsten Vorstellungen von SCHÄFCHEN IM TROCKENEN waren sofort ausverkauft und wegen der großen Nachfrage gibt es am 19.9. eine Zusatzvorstellung, der sicher weitere folgen werden. Auch die Premieren von MIT ABSTAND DAS SCHÖNSTE und ALL DAS SCHÖNE wurden vom Publikum gefeiert.
Nun sind wir auf TRÜFFEL TRÜFFEL TRÜFFEL am kommenden Samstag wie auch die weiteren Premieren gespannt.

Der Karten-Vorverkauf für Oktober beginnt am 10.9., für die Abonnenten läuft er schon seit 1. September.

Entgegen der ersten Planungen vor den Sommerferien gibt es doch wieder den monatlichen Leporello mit dem Programm und ab Oktober werden Sie diesen wie früher zusammen mit dem Monatsbrief per Post erhalten.

Wir freuen uns sehr, wieder Probenbesuche anbieten zu können. Allerdings wird es dabei Höchstgrenzen für die Teilnehmerzahl und eine Registrierungspflicht geben. Deshalb sind verbindliche schriftliche Anmeldungen mit genauer Angabe von Name, Adresse, E-Mail und Telefonnummer unabdingbar. Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine Rückbestätigung, ohne die ein Probenbesuch nicht möglich ist. Wegen der Teilnehmerbegrenzung bitten wir um Absage, falls Sie trotz bestätigter Anmeldung kurzfristig verhindert sind; so können wir u.U. weiteren Interessenten die Teilnahme ermöglichen.

Die Termine in der Übersicht:

Die nächsten Probenbesuche
°Montag, 28.9. 18 Uhr Theater am Goetheplatz I DIE MENSCHLICHE STIMME
°Mittwoch, 30.9. 18 oder 19 Uhr Kleines Haus I IM HERZEN TICKT EINE BOMBE
°Montag, 12.10. 18 Uhr Theater am Goetheplatz I IMAGINE
Anmeldungen mit den o.g. Angaben an E-Mail uvandenbusch@t-online.de

Die nächsten Premieren
°Samstag, 12.9. 19:30 Uhr Theater am Goetheplatz I TRÜFFEL TRÜFFEL TRÜFFEL
°Samstag, 26.9. 19:30 Uhr Theater am Goetheplatz I UA DÜSTERER SPATZ AM MEER/ HYBRID (AMERICA)
°Donnerstag, 1.10. 19:30 Uhr Theater am Goetheplatz I DIE MENSCHLICHE STIMME
°Freitag, 2.10. 20 Uhr Kleines Haus I IM HERZEN TICKT EINE BOMBE
°Samstag, 3.10. 19 Uhr Brauhaus I CON5P1R4.CY (KEINE ZUFÄLLE)
°Samstag, 10.10. 20 Uhr Kleines Haus I FUTURALGIA
°Freitag, 16.10. 20 Uhr Kleines Haus I MOMENTUM ZERO
°Samstag, 17.10. 19:30 Uhr Theater am Goetheplatz I IMAGINE
°Sonntag, 25.10. 18 Uhr Brauhaus I LIKE A VIRGIN
°Mittwoch, 4.11. 10:30 Uhr Brauhauskeller I DAS FUNDSTÜCK
°Donnerstag, 5.11. 20 Uhr Kleines Haus I UA MUTTER VATER LAND
°Samstag, 7.11. 19 Uhr Theater am Goetheplatz I PAPAGENO ERFINDET DIE ZAUBERFLÖTE
°Donnerstag, 12.11. 20 Uhr Sitzungszimmer I UA WANASET YODIT
°Freitag, 20.11. 20 Uhr Kleines Haus I UA WÜST ODER DIE MARQUISE VON O.
°Sonntag, 22.11. 15 Uhr Theater am Goetheplatz I RONJA RÄUBERTOCHTER
°Samstag, 5.12. 20 Uhr Kleines Haus I MOBY DICK
°Sonntag, 6.12. 16 Uhr Brauhaus I MONSTA
°Freitag, 11.12. 19:30 Uhr Theater am Goetheplatz I DIE ITALIENERIN IN ALGIER

Die nächsten Wiederaufnahmen
°Donnerstag, 17.9. 19:30 Uhr Theater am Goetheplatz I IN BED WITH MADONNA
°Donnerstag, 22.10. 20 Uhr Kleines Haus I SPEKTRUM
°Samstag, 24.10. 20 Uhr Kleines Haus I BRAVEHEARTS

Etwas Besonderes
°Sonntag, 13.9. 16:30 Uhr Kulturkirche St Stephanie I BLICKWECHSEL zu SCHÄFCHEN IM TROCKENEN
°Sonntag, 20.9. 18:30 Uhr Kleines Haus I ICH BIN SO WILD NACH DEINEM ERDBEERMUND #2
°Sonntag, 4.10. 15 Uhr Kleines Haus I OPERETTENSCHMÄH
°Sonntag, 4.10. 17 Uhr Kleines Haus I BRÜDER IM GEISTE
°Sonntag, 4.10. 19 Uhr Kleines Haus I DA NAPOLI A VENEZIA
°Sonntag, 6.12. 17:30 Uhr Theater am Goetheplatz I MITGLIEDERVERSAMMLUNG
°Sonntag, 6.12. 19:30 Uhr Theater am Goetheplatz I KURT-HÜBNER-PREIS-VERLEIHUNG

Viel Vergnügen bei all diesen Gelegenheiten wünscht im Namen des Vorstandes

Ihre Ursula van den Busch

Kurt-Hübner-Preis 2020

KURT-HÜBNER-PREIS GEHT AN DIE REGISSEURIN ALIZE ZANDWIJK, NACHWUCHSPREIS AN DEN DIRIGENTEN KILLIAN FARRELL

Der Kurt-Hübner-Preis geht in diesem Jahr an die Regisseurin Alize Zandwijk. Den erstmals verliehenen Nachwuchspreis der Bremer Theaterfreunde erhält der 26-jährige Dirigent Killian Farrell.

Die Preisverleihung wird am Sonntag, 6.12.2020 um 19:30 Uhr stattfinden.

„In diesem Jahr ging kein Weg an ihr vorbei“ begründet die Jury ihre Entscheidung. „Alize Zandwijk ist die Preisträgerin des Kurt-Hübner-Preises. Mit VÖGEL von Wajdi Mouawad gelang der leitenden Regisseurin des Schauspiels zu Beginn dieser abgebrochenen Spielzeit ein sehr intimer, gleichwohl sehr politischer und ungeheuer intensiver Theaterabend, ein Paradebeispiel für die große Könnerschaft, die Regisseurin Alize Zandwijk und ihr überragend agierendes Schauspiel-Ensemble auszeichnet. Genauso intensiv, aber ganz anders war ihre zweite Arbeit mit elf Jungen bzw. jungen Männern im Kleinen Haus: FRÜHLINGSERWACHEN. Zum Zerreißen gespannt, in ständiger Bewegung, schutzlos sich allen Impulsen ausliefernd und trotzdem unerschrocken, entdecken und erspielen sich ihre Jungen Akteure Sexualität, Einsamkeit und Freundschaft. Und die Zuschauerinnen und Zuschauer schauten ihnen atemlos zu. Genau wie den kochenden und erzählenden MÜTTERn aus der letzten Spielzeit, die auch in dieser Spielzeit wieder das Foyer zu einer großen Küche machten und zu einem besonderen Ort der Begegnung. DER SCHIMMELREITER, im letzten Jahr für das Berliner Theatertreffen vorgeschlagen, ging derweil in dieser Spielzeit auf Tour, die Produktion gastierte in Bozen, Gütersloh, Ludwigshafen und wäre nach Brünn in Tschechien gefahren. Gespannt war man auf ihre nächste Auseinandersetzung mit Bertolt Brecht, doch kurz vor den Endproben musste DIE HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE unterbrochen werden. „Gefühl wird zu Bewegung wird zu Musik.“ Das hat einmal ein Kritiker geschrieben und dieser Satz beschreibt sehr schön und pointiert die Arbeit von Alize Zandwijk. Es geht um Stimmungen,
Haltungen, Seelenbilder und wie man diese gemeinsam in Bewegung setzt. Und dann ist eine gute Probe eine Jazzimprovisation und eine gute Inszenierung ein wunderbares Tanztheater mit und ohne Worten. Aber großen Gefühlen. Eine Alize-Zandwijk-Inszenierung ist unter Corona- Auflagen nicht vorstellbar.“

Alize Zandwijk studierte bereits mit 18 Jahren Regie an der Theaterakademie in Kampen und begann ihre Karriere mit kleinen Theatergruppen in der Off-Szene. Später arbeitete sie für die Toneelgroep Amsterdam und Stella Den Haag. 1998 bildete sie gemeinsam mit Guy Cassiers die künstlerische Leitung des Rotterdamer RO Theater, 2006 wurde sie ebendort künstlerische Direktorin. Seit 2003 inszeniert sie regelmäßig in Deutschland, u. a. am Thalia Theater und am Deutschen Theater Berlin. Am Theater Bremen gab sie in der Spielzeit 2012/13 ihr Debüt mit Dea Lohers DAS LEBEN AUF DER PRACA ROOSEVELT, seit der Spielzeit 2016/17 ist sie leitende Regisseurin im Schauspiel am Theater Bremen.

Alize Zandwijk zum Preis: „Es ist eine super große Ehre, den Preis zu bekommen. Am Theater Bremen zu arbeiten ist eine Riesenfreude – mit so vielen wunderbaren Menschen und so viel Inspiration: toll. Und Michael Börgerding ist der Hammer.“

Mit dem Kurt-Hübner-Preis zeichnen die Bremer Theaterfreunde e.V. seit 1996 jährlich eine besonders herausragende künstlerische Leistung am Theater Bremen aus. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Der Nachwuchspreis der Bremer Theaterfreunde wird in diesem Jahr erstmalig vergeben, er ist mit 2000 Euro dotiert. Mit dem Preis sollen junge Theaterkünstler*innen ausgezeichnet werden, die aufgrund ihrer Leistung und Persönlichkeit als besonders förderungswürdig erscheinen.
Der erste Preisträger ist Killian Farrell.

Die Begründung der Jury:
„Killian Farrell wird mit dem erstmals verliehenen Nachwuchspreis der Bremer Theaterfreunde ausgezeichnet. Der aus Dublin stammende Dirigent ist seit 2017 am Theater Bremen engagiert und wird hier zur kommenden Spielzeit im Alter von gerade einmal 26 Jahren Erster Kapellmeister.
Als Dirigent, Korrepetitor und Assistent des Generalmusikdirektors ist Killian Farrell eng in die aktuelle Entwicklung des Musiktheaters des Theater Bremen eingebunden. Am Pult der Bremer Philharmoniker konnte man ihn bereits in einem breiten Opernrepertoire von Mozarts ZAUBERFLÖTE über Richard Strauss‘ ROSENKAVALIER bis zu Schostakowitsch‘ LADY MACBETH VON MZENSK erleben.
Mit Wolfgang Rihms Kammeroper JAKOB LENZ übernahm Killian Farrell nun erstmals eine Opernneuproduktion eigenverantwortlich als Musikalischer Leiter. Marco Štormans Inszenierung zählt zu den unbestreitbaren Höhepunkten einer daran nicht geizenden Spielzeit – nicht zuletzt aufgrund der überragenden Leistung von Claudio Otelli in der Titelpartie und des außergewöhnlichen Bühnenraumes von Jil Bertermann. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Souveränität, mit der Killian Farrell die musikalischen Fäden in einem besonderen Musiktheater-Setting zusammenzuhalten wusste und so ein überzeugendes Plädoyer für die Relevanz der Neuen Musik in der Oper lieferte.
Gerade bei avantgardistischer Musik kommt der Vermittlung eine zentrale Rolle zu. Dies wissend, ließ Killian Farrell es sich nicht nehmen, die Einführungsveranstaltungen kurz vor Vorstellungsbeginn gemeinsam mit der Dramaturgin Isabelle Becker persönlich durchzuführen. Er spielte am Flügel Auszüge vor, sang kleine Passagen, erklärte die Zusammenhänge – und weckte im Publikum mit seiner eigenen Begeisterung die Neugier auf diesen nicht alltäglichen Opernabend.“

Killian Farrell studierte Klavier, Orgel und Dirigat am DIT Conservatory of Music and Drama in Dublin und absolvierte parallel dazu ein Studium der Musikwissenschaft am Trinity College in Dublin, das er 2016 mit Auszeichnung beendete. Bereits im Alter von 17 Jahren debütierte er als Dirigent in einer Aufführung von Bachs JOHANNES-PASSION. Als Korrepetitor und Young Artist am National Opera Studio in London vervollständigte er seine Ausbildung, weitere wichtige Impulse erhielt er durch das Young Artists Program der Britten-Pears Academy und der Académie du Festival d’Aix-en-Provence, wo er eng mit Andris Nelsons und Thomas Adès zusammenarbeitete. Letzte Gastdirigaten führte ihn zu dem Musiekgebouw Amsterdam (Dutch National Opera) und das Ulster Orchestra, u. a..

Auch Killian Farrell freut sich sehr: „Ich fühle mich sehr geehrt durch die Auszeichnung mit dem erstmalig vergebenen Kurt-Hübner-Nachwuchspreis, der speziell die diesjährige Produktion JAKOB LENZ sowie meine Stückeinführung in dieses spannende Werk honorieren soll. Als Dirigent sehe ich die Vermittlung von Musik im Allgemeinen, ganz besonders aber die Vermittlung von neuer Musik, als eine meiner wichtigsten Aufgaben. Ich bin der festen Überzeugung, dass – egal ob wir Mozart oder Lachenmann spielen – die Zuhörer ein Werk oder eine Aufführung nicht nur erleben, sondern auf einer tieferen Ebene verstehen und durchdringen und dadurch nochmals viel mehr wertschätzen und genießen können, wenn man ihnen die richtigen Werkzeuge in die Hand gibt. Aus diesem Grund ist es mir als Musiker und Dirigent ein großes Anliegen und Bestreben, meinem Publikum jeweils einen stückspezifischen ‚Werkzeugkasten‘ mitzugeben.“

Die diesjährige Jury: Prof. Michael Börgerding (Intendant Theater Bremen), Ursula van den Busch (Vorsitzende Bremer Theaterfreunde), Rainer Glaap (Theaterfreunde), Christine Gorny (Radio Bremen), Iris Hetscher (Weser- Kurier), Lore Kleinert (Theaterfreunde), Daniel de Olano (Theaterfreunde), Peter Schulz (Freier Journalist) und Rolf Stein (Kreiszeitung).