Kurt-Hübner-Preis 2014 geht an Benedikt von Peter und das Musiktheater des Theater Bremen

Der Kurt-Hübner-Preis für die Spielzeit 2013/2014 geht an Benedikt von Peter und das Musiktheater des Theater Bremen. Benedikt von Peter wurde für seine Regiearbeiten bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2011 mit dem Deutschen Theaterpreis Der Faust. Ausdrücklich würdigt die Jury daher nicht nur Benedikt von Peters eigene Inszenierungen, sondern seinen Beitrag zu einer innovativen Ausrichtung des Musiktheaters am Theater Bremen, die Benedikt von Peter als künstlerischer Leiter bereits seit zwei Spielzeiten entscheidend vorantreibt.

In seinen eigenen Regiearbeiten hat Benedikt von Peter dem Bremer Publikum in der ausgehenden Saison die klassische Liebesoper aus ungewohnter Perspektive gezeigt. Während die Wiederaufnahme seiner Hannoveraner Produktion LA TRAVIATA als One-Woman-Show die weibliche Lesart der Liebe in Szene setzt, kommt seine Interpretation von LA BOHÈME als provokant männliche Antwort daher, bei der nun die Frauenstimmen ins Off verbannt werden. Benedikt von Peter eröffnet damit eine ebenso eigenwillige wie außergewöhnliche Sicht auf bekannte Opern-Stoffe.

Als leitender Regisseur des Musiktheaters am Theater Bremen verantwortet Benedikt von Peter gemeinsam mit dem leitenden Dramaturgen Ingo Gerlach und dem Generalmusikdirektor Markus Poschner ein überraschendes Programm auf hohem Niveau, für das auch in dieser Spielzeit Gast-Regisseure mit besonderer Handschrift gewonnen werden konnten. Hervorheben möchte die Jury insbesondere Anna-Sophie Mahler, die das spartenübergreifende Projekt BLICK DER TOSCA und die Vivaldi-Oper ORLANDO FURIOSO einfallsreich und sensibel in Szene setzte.

Zum außergewöhnlich vielfältigen Repertoire der Sparte in der Theatersaison 2013/2014 haben zudem Richard Wagners DER FLIEGENDE HOLLÄNDER unter der Regie von Sebastian Baumgarten, Bohuslav Martinůs selten gespielte und von John Fulljames bravourös inszenierte surrealistische Oper JULIETTE, Christiane Pohles Musiktheaterstück POMP & CIRCUMSTANCE – MUSIC FOR A KINGDOM und Robert Lehnigers Aktualisierung des Musicals HAIR beitragen können.

Kurt-Hübner-Preis 2013 für Annemaaike Bakker

Die Bremer Theaterfreunde verleihen der Schauspielerin Annemaaike Bakker für herausragende Leistungen in den Sparten Schauspiel und Musiktheater des Theater Bremen den Kurt-Hübner-Preis 2013.

Die Jury zeichnet damit eine junge Schauspielerin aus, die gleich im ersten Jahr ihres Engagements mit der Vielfalt ihrer darstellerischen Fähigkeiten besonders herausragend den spartenübergreifenden programmatischen Anspruch des Ensembles des Theater Bremen repräsentierte.

Sie begeisterte das Publikum durch Präzision in der Darstellung der jeweiligen Rolle, verbunden mit Spotaneität und Vitalität. Die Jury hält Annemaaike Bakker für eine würdige Preisträgerin im Sinne des Stiftergedankens, mit diesem Preis speziell den Nachwuchs zu fördern.

Annemaaike Bakker wirkte in der Spielzeit 2012/13 in der Schauspielproduktion DIE AFFÄRE RUE DE LOURCINE, dem Familienstück ROBIN HOOD und der Performance DER PERFEKTE MENSCH mit. In Tom Waits‘ WOYZECK sang und spielte sie die Marie. Zudem trat Annemaaike Bakker im Musiktheater in Jacques Offenbachs Opéra-bouffe DIE BANDITEN sowie – als spontaner Ersatz – zum Ende der Spielzeit als Leokadja Begbick in AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY in Erscheinung.