Neuer Theaterfreunde-Teaser online

Der neue, erweiterte »Teaser« der Bremer Theaterfreunde ist online.

Unsere Mitglieder Jürgen Bechtloff, Yusuf Balaban, Hendrik Harms, Helmut Hafner, Rainer Glaap, Helene Brinkmann, Rose Pfister, Inge Beutler, Hellena Harttung, Anneliese Steineke, Lore Kleinert, Elombo Bolayela, Almut Hannover, Kirsten Kappert-Gonther, Rudolf Hickel, Michael Bömers, Alexander Gerber und Daniel de Olano erläutern in kurzen Statements, warum sie bei den Theaterfeunden sind.

Flankiert werden sie dabei von Kultur-Staatsrätin Carmen Emigholz und Intendant Michael Börgerding:

Der Teaser läuft auch über die Monitore im Theater am Goetheplatz, im Kleinen Haus sowie in der Theaterkasse des Theater Bremen.

Hinter dem Video steckt der bildende Künstler Pio Rahner.

Kurt-Hübner-Preis 2016 für Nadine Geyersbach und Alexander Swoboda

Der Kurt-Hübner-Preis der Bremer Theaterfreunde geht in diesem Jahr an die Schauspielerin Nadine Geyersbach und den Schauspieler Alexander Swoboda. Zum ersten Mal in seiner 21-jährigen Geschichte wird der Preis dabei zu gleichen Teilen an zwei Preisträger vergeben.

Nadine Geyersbach und Alexander Swoboda haben sowohl in der aktuellen wie in den zurückliegenden Spielzeiten kontinuierlich beeindruckende Leistungen gezeigt und stehen damit exemplarisch für die bemerkenswerte Gesamtleistung eines Ensembles starker Schauspielerpersönlichkeiten am Theater Bremen.

Nadine Geyersbach kam mit Beginn der Intendanz von Michael Börgerding in der Spielzeit 2012/13 an das Theater Bremen. Die gebürtige Erfurterin absolvierte ihre Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Engagements führten sie unter anderen nach Freiburg, Düsseldorf und Zürich. In der aktuellen Spielzeit wirkt Geyersbach in den Neuproduktionen DIE FAMILIE SCHROFFENSTEIN, EINE FAMILIE, NOSTALGIE 2175, VERZEHRT (CONSUMED) und TORTURE THE ARTIST mit.

Mit Nadine Geyersbach wird eine Schauspielerin ausgezeichnet, die ihre Rollen mit packender Intensität und großer Zärtlichkeit auszufüllen vermag. Selbst kleinste Gesten zeugen in ihrem Spiel von eindringlicher Emotionalität. Auf der Bühne lässt Geyersbach Figuren entstehen, die – seltsam ambivalent – zugleich kraftvoll und energisch, aber auch verletzlich und schüchtern bleiben. Exemplarisch sei auf ihre Darstellungen der sich für ihre Träume als Laien-Pornodarstellerin verdingenden jungen Supermarktverkäuferin in Thomas Melles 3000 EURO, als verzweifelt um ihr Kind kämpfende junge Frau in Krzysztof Kieślowskis DIE ZEHN GEBOTE und als dem Tod geweihte werdende Mutter in Anja Hillings NOSTALGIE 2175 verwiesen. Die große Bandbreite ihres Könnens stellte Geyersbach mit performativen Einsätzen sowohl in Alexander Giesches WORLD OF REASON als auch in Benedikt von Peters Musiktheaterproduktion MAHLER III unter Beweis. Neben ihrem Wirken auf der großen Bühne weiß Geyersbach zudem im Spiel mit selbstgeschaffenen Puppen und Objekten zu bezaubern.

Bereits seit der Spielzeit 2010/11 ist Alexander Swoboda am Theater Bremen und hat in dieser Zeit viele große und kleine Rollen gespielt. Der in Moldawien geborene Schauspieler absolvierte sein Studium an der Westfälischen Schauspielschule Bochum und wirkte anschließend zunächst in Linz und Bielefeld. In der Spielzeit 2015/16 spielte Swoboda unter anderen in DAS SCHLOSS, DIE FAMILIE SCHROFFENSTEIN, EINE FAMILIE, PÜNKTCHEN UND ANTON sowie im Rahmen des AUSWÄRTSSPIELS: BLUMENTHAL in der Produktion NATIONALSTRASSE mit. Als Moni, die Möwe begeistert er regelmäßig ein junges Publikum bei den Familienkonzerten der Bremer Philharmoniker.

In Alexander Swoboda würdigt die Jury einen Ensembleschauspieler par excellence und zugleich einen virtuosen Darsteller, der das Publikum auch solistisch und mit einem Minimum an Mitteln mitzureißen versteht. Sei es als an seinem Geschlecht verzweifelnder Mann in Fassbinders IN EINEM JAHR MIT 13 MONDEN, einer seiner ersten großen Rollen in Bremen, als Titelfigur in der Dostojewski-Adaption DER IDIOT oder zuletzt als subtil schillernder Kneipenheld in Jaroslav Rudiš NATIONALSTRASSE: Stets ringt er seinen Figuren etwas zutiefst Menschliches ab und verleiht ihnen mit seiner Schauspielkunst Individualität, ohne sich selbst in den Vordergrund zu spielen. Swoboda kann, wie in Tracy Letts‘ EINE FAMILIE, von hinreißend brutaler Komik sein, ohne banal zu wirken. Er kann, wie als PLATONOV in Tschechows gleichnamigem Stück, die Brüche eines Charakters spürbar machen oder, wie in DIE FAMILIE SCHROFFENSTEIN, noch den herzensbesten Menschen zum Rächer werden lassen.

Mit dem Kurt-Hübner-Preis zeichnen die Bremer Theaterfreunde e.V. seit 1996 jährlich eine besonders herausragende künstlerische Leistung am Theater Bremen aus. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wurde zuletzt an die Schauspielerin Annemaaike Bakker (2013), den leitenden Regisseur Musiktheater Benedikt von Peter und die Musiktheatersparte des Theater Bremen (2014) sowie an den Sänger Patrick Zielke (2015) verliehen. Benannt ist die Würdigung nach Kurt Hübner, der von 1962 bis 1973 Generalintendant am Theater Bremen war.

Die diesjährige Jury setzte sich wie folgt zusammen: Prof. Michael Börgerding (Intendant Theater Bremen), Ursula van den Busch (Theaterfreunde), Christine Gorny (Radio Bremen), Iris Hetscher (Weser-Kurier), Dr. Kirsten Kappert-Gonther (Theaterfreunde), Dr. Lore Kleinert (Theaterfreunde), Daniel de Olano (Theaterfreunde), Benno Schirrmeister (taz) und Rolf Stein (Kreiszeitung).

Die Verleihung des Preises erfolgte am Montag, 20. Juni, im Kleinen Haus des Theater Bremen.

Kurt-Hübner-Preis 2015 an Patrick Zielke

Die Jury zeichnet Patrick Zielke für all seine Rollen und Partien in der Spielzeit 2014/2015 aus. Patrick Zielke ist nicht nur ein herausragender Sänger sondern auch ein wunderbar intensiver Schauspieler, ein Sängerdarsteller, der in den unterschiedlichsten Figuren aufgehen kann und doch immer er selbst bleibt, körperlich von hoher Präsenz, ein mutiger, sich selbst fordernder, sich nie an das Publikum verkaufender Künstler.

Er hat in dieser Spielzeit den Fritz Kothner und den Nachtwächter in den MEISTERSINGERN gesungen, er war ein berührender, um seinen Sohn und seine Familie kämpfender Karenin in der Uraufführung ANNA KARENINA, er war ein locker tänzelnder komisch-schmieriger Dulcamara im LIEBESTRANK, im FIGARO trug er seinen Trainingsanzug mit der gleichen Würde und Selbstverständlichkeit wie den Smoking in der OPERETTA INTERNATIONAL!. Sein König Thoas in der Barockoper ORESTE war das Zentrum der Inszenierung, ein verführerischer Dämon der dunklen Triebe.

Und neben diesen großen Opern spielte er noch ganz alleine, sehr zart und sehr vorsichtig, im Brauhauskeller MOWGLI und schmiss sich zum Ende einer anstrengenden und beeindruckenden Spielzeit sehr laut und sehr körperlich in die Performanceschlacht LES ROBOTS NES CONNAISSENT PAS LE BLUES ODER DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL.